Tiefenpsychologisch orientierte Imaginations- und Hypnotherapie
Im Unterschied zu psychologischen Methoden, die vor allem im "Hier und Jetzt" der bewussten Selbstwahrnehmung arbeiten, gehen die tiefenpsychologischen Ansätze von der realistischen Annahme aus, dass der Schlüssel zum Verständnis der menschlichen Seele im Dunkel des Unbewussten liegt. Und davon, dass die Weichenstellung für unsere unbewussten Verarbeitungsmuster bereits in der frühen Kindheit erfolgt sind und dass es therapeutisch Sinn macht, sich mit diesen Weichenstellungen zu befassen.
Oft wird argumentiert, dass es besser sei, die dunkle Vergangenheit ruhen zu lassen und sich auf Ziele und Lösungen zu konzentrieren. Aber dann besteht latent immer die Gefahr, dass in bestimmten emotionalen Stresssituationen die alten Gefühle und Muster wieder durchbrechen. Denn die alten Erfahrungen verändern sich nicht dadurch, dass wir sie uns nicht anschauen.
In der Therapie kommt es nicht nur darauf an, was wir uns anschauen, sondern vor allem auch darauf, wie wir das tun. In der Imaginationstherapie erfolgt der Rückblick auf emotional prägende Ereignisse grundsätzlich aus einem Gefühl des Gewachsenseins heraus und zunächst aus einer Beobachterposition, die den nötigen Abstand sicherstellt.
Seelische Verletzungen in der Kindheit müssen keine schweren Traumatisierungen sein, und es muss auch nicht unbedingt ein klares Täter-Opfer-Profil zugrunde liegen. Auch Mini-Traumata wie Zurückweisungen, Bloßstellen, Bevorzugung Anderer, Hilflosigkeit, Machtlosigkeit gegen erlebte Ungerechtigkeiten oder Trennungserlebnisse können nachhaltige Schäden anrichten und zum Beispiel zu Störungen des Selbstwertgefühls führen oder "offene Rechnungen" darstellen, die ausgeglichen werden müssen, damit sich das innere Gleichgewicht einstellen kann.
Analytische Imaginationstherapie ist keine Psychoanalyse
Es geht in der Imaginationstherapie primär nicht darum, Kindheitserlebnisse intellektuell aufzuarbeiten. Rationale Erkenntnis ist etwas für den bewussten Verstand, und dessen Nutzwert für das emotionale Unterbewusstsein ist ziemlich begrenzt. Viel mehr kommt es therapeutisch darauf an, das Auftauchen früher biographischer Ereignisse als veränderndes Neuerleben, mit neuen Ressourcen und gefühlten Neubewertungen zu gestalten.


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