Der Begriff hypnon steht für eine Enthypnotisierung, also in gewisser Weise für das Gegenteil einer traditionellen Hypnose.

 

hypnon - Hypnotherapie

Stärkung und Vertiefung des Bewusstseins  

Hypnotherapie ist wahrscheinlich die älteste Form der Therapie überhaupt. Zu allen Zeiten wussten Heilkundige, dass es therapeutisch hilfreich ist, einen vertieften Zustand der Aufmerksamkeit zu erzeugen, um mentale Ressourcen und Heilkräfte zu aktivieren.

"Hypnose" ist abgeleitet von dem griechischen Wort "hypnos" = "Schlaf". Und tatsächlich gingen in der griechischen Antike die Heilkundigen davon aus, dass insbesondere der Traumschlaf ein mentaler Zustand ist, in dem einem Schlafenden durch die Götter wichtige Botschaften vermittelt werden, zum Beispiel, was er tun könne, um wieder gesund zu werden und wie er sein Leben verändern solle. Nach dem Erwachen sollte der Betroffene dann mit fachkundigen Seelsorgern seinen Traum besprechen, deren Aufgabe es war, die Botschaften des Traumes richtig zu deuten.

Aus meiner, heutigen Sicht erscheint mir dieser Ansatz sehr viel moderner und ganzheitlicher zu sein als das, was im 19. und 20. Jahrhundert als therapeutische Hypnose praktiziert wurde und heute noch das Bild der Hypnose in der Öffentlichkeit prägt. Natürlich würden wir heute nicht mehr von den Botschaften der Götter sprechen, die sich im Traum offenbaren, sondern von Botschaften des eigenen Unbewussten sowie davon, dass diese Art der Therapie bestens geeignet war, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Modern war auch die Vorgehensweise, zunächst einmal das "Unbewusste" zu kontaktieren, um zu verstehen, was in ihm vorgeht und dann erst mit einer bewussten Aufarbeitung zu beginnen.

Wie armselig erscheint dagegen die Hypnose des 19. und 20. Jahrhunderts, die im wesentlichen darin bestand, dem Unbewussten irgendwelche albernen Zaubersprüche zu suggerieren in der aberwitzigen Meining, es ließe sich einfach zu einem Befehlsempfänger machen! Mit einer solchen Hypnose lassen sich durchaus spektakuläre Effekte erzielen, aber Therapie ist dann doch etwas Anderes.

Sigmund Freud hatte sich seinerzeit zurecht von dieser Art der Hypnose abgewandt und stattdessen einer neuen Form der antiken Traumdeutung als einem Zugang zum Unbewussten neuen Schwung verliehen. Leider war seine Art der Traumdeutung allzu sehr von psychoanalytischer Theorie kolonialisiert. Anstatt sich den Träumen einfühlsam zu nähern, zwängte er sie in ein Korsett von theoretischen Vorgaben, und anstatt sich auf ihre Sprache einzulassen, übersetzte er sie in eine intellektuelle Kunstsprache.

Dabei bietet hypnotische Trance eine einmalige Chance, sich auf die Sprache des Unbewussten unmittelbar einzulassen, als Therapie des Tagtraums, in dem die Bilder und gefühlten Gedanken des Unbewussten eine Schnittmenge bilden mit den intelligenteren und realitätsfähigeren Ressourcen des Bewusstseins. Das ist gar kein ungewöhnlicher Zustand, sondern einer, den wir Alle kennen, wenn wir  vor uns hin dösen und den Gedanken und Bildern freien Lauf lassen, ohne dass sie absichtlich konstruiert werden. Das Wachbewusstsein ist als Beobachter dabei und kann jederzeit wieder die Kontrolle übernehmen, wenn es Sinn macht.

Es macht aber auch Sinn, das gerade nicht zu tun, denn gerade die Unwillkürlichkeit der Gedanken öffnet das Tor zum Unbewussten.

Was ist katathyme Hypnotherapie?

In der katathymen Hypnotherapie arbeiten wir gezielt mit diesem Zustand. "Katathym" kommt auch aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "von innen heraus" oder "der Seele entsprechend". Es handelt sich also um eine Methode, die wesentliche Prinzipien des katathymen Bilderlebens mit Elementen einer lösungsorientierten, wenig direktiven Hypnotherapie vereint.  

Im Unterschied zur Vorgehensweise des katathymen Bilderlebens arbeiten wir in der katathymen Hypnotherapie weniger mit den dort üblichen Standardmotiven, sondern gelangen in der Regel sehr schnell zu Motiven, die das biographische Gedächtnis liefert. Die Bedeutung der Szenen muss deshalb auch kaum geklärt werden, sondern ergibt sich unmittelbar aus dem inneren Erleben heraus.

Mit dem Begriff "katathyme Hypnotherapie" möchte ich mich vor allem von den Techniken der Hypnose abgrenzen, die mit tiefen Trancezuständen und direkten Suggestionen arbeiten. Ein tiefer Trancezustand ist dabei weder notwendig noch sinnvoll, denn wenn es darum geht, das Gehirn anzuregen, nach neuen Lösungen zu suchen und sich von alten, verkrusteten zu befreien, braucht es die aufeinander abgestimmten Ressourcen beider Ebenen des Bewusstseins. In den frei aufsteigenden, tagtraumartigen Bildern offenbaren sich genügend Botschaften des Unbewussten, und allein das bewusstere Wahrnehmen innerer Prozesse setzt bereits einen Prozess des Wandels in Gang, dem mehr therapeutisches Potenzial innewohnt als jede Form suggestiver Manipulation, aber auch intellektueller Analyse.  

Oft arbeiten wir zunächst mit symbolischen Motiven, zum Beispiel Tier- oder Landschaftsmotiven, weil emotionale Zustände sich in ihnen leicht erkennen lassen. In der Regel ändern sich aber früher oder später die erlebten Bilder: Wie in Träumen tauchen Personen und Szenen aus dem biographischen Gedächtnis auf, die einst einen prägenden Einfluss ausübten. Und mit ihnen auch emotionale Zustände, zum Beispiel Zustände der Angst oder der Verletztheit.

Therapie bedeutet dann, solche Schlüsselszenen neu zu verarbeiten. Denn das ist im Grunde der wichtigste Unterschied zu Alltagserinnerungen und solchen, wie sie sich in häufig wiederkehrenden Träumen zeigen. Dort werden sie wiedererlebt und damit verfestigt, in der Hypnotherapie werden sie neuerlebt und damit verändert. Wichtig ist, dass dabei die Erinnerung nicht unrealistisch verfälscht- , sondern realistisch korrigiert wird. Denn wenn Sie sich erinnern, dann nehmen Sie in der Therapie Ihre heutigen Erfahrungen und Ressourcen mit, die Ihnen helfen, Inhalte Ihres biographischen Gedächtnisses von den damaligen Emotionen ein Stück weit abzukoppeln und neu zu bewerten.

In der Hypnotherapie finden wir Zugang zu Problemerfahrungen, die unbewusst im biographischen Gedächtnis abgespeichert sind. Deren Macht ist aber in der Regel daran gebunden, dass sie unbewusst bleiben.

 

Indikationen

  • Ängste Panikattacken, Albträume
  • Posttraumatische Angststörungen
  • leichte reaktive, noch nicht chronische Depressionen
  • Stress und stressbedingte Gesundheitsstörungen, Burnout-Syndrom
  • Psychovegetative Funktionsstörungen
  • Psychosomatische Störungen
  • Stressbedingte und psychogene chronische Schmerzsyndrome
  • Somatoforme Störungen, Fibromyalgie, Hypochondrie
  • Präventionsmedizin: Verhinderung seelischer und stressbedingter körperlicher Erkrankungen
  • Persönlichkeitstraining und Selbsterfahrung
Bei Suchtmittelabhängigkeit, schweren und chronifizierten Depressionen, Borderline und weiteren psychiatrischen Indikationsstellungen halte ich die Imaginationstherapie zumindest als ambulantes Verfahren nicht für geeignet.

 

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