Imaginationstherapie

Therapeutische Arbeit mit inneren Bildern

Psychotherapie ist die Neuverarbeitung emotionaler Erfahrung. Das kann nur gelingen, wenn wir einen Zugang zu den unbewussten Bereichen unserer Hirntätigkeit finden. Und den können wir nur finden, wenn wir akzeptieren, dass diese unbewussten Bereiche weder logisch noch verbal denken, sondern intuitiv in Bildern und Gefühlen.

Für unser Gehirn macht das auch Sinn, denn nur so kann es komplexes Erleben angemessen abbilden und verarbeiten. Die Srache der Worte ist dafür ziemlich untauglich. Wortsprache haben wir Menschen für den äußeren Dialog entwickelt, um Informationen auszutauschen und um zu verhandeln. Das, was wirklich in uns vorgeht, können und sollen Worte gar nicht beschreiben.

Die Verarbeitung von Erfahrungen geschieht in Träumen. Insbesondere emotionale Erfahrungen generieren im Gehirn entsprechende Bilder, die gemeinsam mit den daran gebundenen emotionalen Zuständen im biographischen Gedächtnis abgespeichert werden.

Imaginationstherapie

In der Imaginationstherapie greifen wir die innere Sprache der Seele auf und erarbeiten uns Stück für Stück einen Zugang zum Unbewussten. Dabei nehmen wir zunächst absichtlich im Kauf, nicht gleich alle Botschaften des Unbewussten verstehen und in Worte übersetzen zu können. Ein zu frühes Interpretieren z. B. von Traumbildern birgt die Gefahr, dass der innere Dialog abreißt, der Verstand mit seinem intellektuellen Verständnis alleine bleibt und allzu früh versucht, sich die Kontrolle zu sichern.

Freie und kontrollierte Imaginationen

In unwillkürlichen, frei aufsteigenden Imaginationen drücken sich seelische Zustände aus. Wenn also im therapeutischen Prozess innere Bilder auftauchen oder sich frei entwickeln, die wir nicht willkürlich konstruiert haben, finden wir damit Zugang zu tieferen, verborgeneren Schichten des Seelenlebens. Freie Imaginationen können sich wie Träume in symbolischen Ausdrucksformen zeigen oder realitätsorientiert als  Erinnerungen an biographische Erfahrungen  -  oder beides.

In therapeutischen Imaginationen greifen wir diese Sprache des Unbewussten auf und fügen aktiv neue Elemente hinzu, die vom Unbewussten aufgenommen, integriert und mit abgespeichert werden.

Indem wir in der Regel nicht den Umweg machen, unterbewusste Präsentationen intellektuell zu analysieren, sondern stattdessen in der bildhaften, gefühlten Sprache des Unbewusstsein bleiben, verkürzen wir nicht nur den therapeutischen Prozess, sondern vermeiden auch Übersetzungsfehler. Denn der Verstand neigt dazu, Botschaften des Unbewussten zu verzerren und in seinem Sinne umzudeuten.

Außerdem ist nach meiner Überzeugung Therapie eine Sache des inneren Erlebens und nicht des Darüber-Redens.

 

Indikationen

  • Ängste Panikattacken, Albträume
  • Posttraumatische Angststörungen
  • leichte reaktive, noch nicht chronische Depressionen
  • Stress und stressbedingte Gesundheitsstörungen, Burnout-Syndrom
  • Psychovegetative Funktionsstörungen
  • Psychosomatische Störungen
  • Stressbedingte und psychogene chronische Schmerzsyndrome
  • Somatoforme Störungen, Fibromyalgie, Hypochondrie
  • Präventionsmedizin: Verhinderung seelischer und stressbedingter körperlicher Erkrankungen
  • Persönlichkeitstraining und Selbsterfahrung
Bei Suchtmittelabhängigkeit, schweren und chronifizierten Depressionen, Borderline und weiteren psychiatrischen Indikationsstellungen halte ich die Imaginationstherapie zumindest als ambulantes Verfahren nicht für geeignet.