Katathyme Imaginationstherapie

Katathym-imaginative Psychotherapie

katathymes Bilderleben

Die Technik der Katathymen Imaginationstherapie, auch als "Katathymes Bilderleben",  "katathym-imaginative Psychotherapie"  oder "Symboldrama" bezeichnet - versteht sich projektives, tiefenpsychologisch orientiertes Verfahren. Es ist aber nicht notwendigerweise ein Anhängsel der Psychoanalyse, sondern eine Therapietechnik mit durchaus eigenständigem Charakter. Ihr Einsatzgebiet ist vor allem die psychologische Kurztherapie.

Grundlage der Arbeit sind frei aufsteigende innere Bilder, bei denen lediglich zu Anfang bestimmte Motive vorgegeben werden, die sich dann aber sehr schnell individuell verändern und dabei eine Eigendynamik entwickeln, die sowohl aufdeckend im Sinne eines Sich-Selbst-Kennenlernens als auch verändernd wirkt. Dabei werden vor allem die seelischen Selbsthilfekräfte genutzt und schützende und neuordnende kreative Prozesse entwickelt. Katathyme Imaginationstherapie ist aber nicht nur eine Heilmethode, sondern auch für den Gesunden eine Technik der Persönlichkeitsentwicklung und hilft darüber hinaus, für den Alltag neue Wege der Lebensgestaltung zu finden.

Durchführung

Selbstverständlich ist auch die katathym-imaginative Therapie eingebettet in ausführliche Gespräche zur Lebensgeschichte und aktuellen Problematik. Der Kern besteht aber aus der Tagtraumarbeit, mit der sowohl die tieferen Dimensionen des Problems erfahrbar gemacht werden, wie sie auch direkt das Medium der Veränderung darstellt.

Nach der Einleitung einer Entspannungs- und Einstimmungsphase beginnt in der Prozess in der Grundstufe dann zumeist mit der Einstellung eines der Standardmotive ...
  • Wiese
  • Bach
  • Berg
  • Haus
  • Waldrand

... die jeweils projektiv verschiedene Persönlichkeitsbereiche bzw. Befindlichkeiten ausdrücken und sich in nachfolgenden Bildsequenzen sehr individuell, spontan und unwillkürlich entwickeln.

Theoretisch lässt sich zwischen einer Grundstufe, einer Mittelstufe und einer Oberstufe der katathym-imaginativen Psychotherapie unterscheiden. In der Praxis spielt das keine wesentliche Rolle, da erfahrene Therapeuten zumeist intuitiv verschiedene Motive und Regieprinzipien miteinander kombinieren und darüber hinaus auch Elemente aus anderen, kompatiblen Therapiemethoden einbeziehen.

Bewährte weitere Anfangsmotive, insbesondere bei fortgeschrittenem Therapieprozess, sind zum Beispiel eine zu erkundende Höhle, ein Sumpfloch oder aus Nachträumen erinnerte Traumsymbole. Auch Personen, Tiere oder Fabelwesen können auftreten, ebenso biographisch geprägte Realszenen. Dabei lenkt der Therapeut die Sequenzen inhaltlich so wenig wie möglich, hilft aber durch Fragen oder behutsame Anregungen weiter.

Therapeutischer Prozess

Viel schneller als in allen anderen mir bekannten therapeutischen Methoden tauchen in der katathym-imaginativen Therapie charakteristische Problembilder auf, an denen dann therapeutisch zu arbeiten ist.

Ein allmählicher (überwiegend unbewusster) Lernprozess in der Verarbeitung von Konfliktmaterial drückt sich immer auch in einem Wandel der Szenenabfolge aus, so dass aus deren Veränderung auch der Fortschritt des therapeutischen Prozesses abzulesen ist.

Indikationen

Katathymes Bilderleben eignet sich in der Kurztherapie u. a. für die Behandlung von
  • mangelndem Selbstwertgefühl
  • depressiven Verstimmungen
  • Angststörungen
  • psychosomatischen Störungen
  • Erschöpfungsdepression (burnout)

Dauer

Die Anzahl der Sitzungen kann sehr unterschiedlich sein, als Minimum gehe ich von fünf Sitzungen aus, maximal von fünfundzwanzig.

Kosten siehe unter Therapiekosten.