Selbstwertgefühl
Selbstwertgefühl ist die innere Wertschätzung der eigenen Person. Sie ist nicht objektiv
messbar, sondern ein subjektives Empfinden, das in der Persönlichkeit
selbst verankert ist, weitgehend unabhängig von äußerem Verhalten und
Bestätigungen durch Andere. Selbstwertgefühl ist ein Grundgefühl, das wie kein anderes die gesamte Pesönlichkeit prägt.
Die
Weichenstellung für ein positives oder negatives Selbstwertgefühl
geschieht im allgemeinen schon in frühester Kindheit. Jedes Kind
braucht, wenn es auf die Welt kommt, die gespürte Botschaft, auf der
Welt willkommen zu sein. Leider wird dieses Grundbedürfnis sehr häufig
(manchmal ohne böse Absicht) mißachtet. Manchmal setzen sich in früher
Kindheit auch selbstwertmindernde Botschaften fest, die so gar nicht
von den Eltern ausgesendet worden waren, im kindlichen Gehirn aberdennoch entsprechend kodiert wurden, zum Beispiel auch in Träumen.
Im Bewusstsein des Erwachsenen sind solche Verknüpfungen in der Regel
nicht mehr präsent, unterschwellig aber wirksam. Natürlich
gibt es auch im Leben des Erwachsenen selbstwertbedrohende Situationen
und Erfahrungen, zum Beispiel durch dominante Ehepartner, bei
beruflichen Mißerfolgen oder mobbing. Das sind dann im allgemeinen aber
nicht die Ursachen für eine Bedrohung des Selbstwertgefühls, sondern
lediglich die Auslöser.
In der Therapie arbeiten wir an den Hintergründen und
innerseelischen Verarbeitungsmustern selbstwertbedrohender Erfahrungen.
Sie werden im therapeutischen Prozess zumeist im Rahmen einer
Altersregression zugänglich gemacht und erneut bearbeitet.
übersteigertes Selbstwertgefühl
Auch ein übersteigertes Selbstwertgefühl kann Krankheitswert ereichen, auch wenn ich mit einer einzigen Ausnahme noch keinen Betroffenen erlebt habe, der deswegen meine Praxis aufgesucht hätte. Es ist in der subjektiven Wahrnehmung ein guter Zustand, der möglichst bewahrt oder noch gesteigert werden soll.
Ein Beispiel wäre ein Bankmanager, dessen exorbitantes Einkommen nebst Boni-Zahlungen sein Selbstwertgefühl so ins Pathologische steigern lässt, dass er den Bezug zur Realität verliert. Größenwahn und der Zwang, ein Star sein zu müssen, ist genau so behandlungsbedürftig wie das Gegenteil.
Auch bei manchen Kollegen, die als Motivationstrainer durch die Lande ziehen, kann man sich dieses Eindruckes nicht erwehren.

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