Träume


Wenn wir träumen, arbeitet unser Gehirn genau so aktiv wie im Wachzustand, nur mit dem Unterschied, dass unser Wachbewusstsein im allgemeinen ausgeschaltet ist. Deshalb ist der Zugang zu Träumen der optimale Weg, das eigene Unbewusste verstehen zu lernen.

Warum ist es so wichtig, seine Träume verstehen zu lernen?

Unbewusste, traumartig-bildhafte Prozesse machen den größten Teil unserer gesamten mentalen Hirnaktivität aus, und unterschwellig arbeitet unser "Traumbewusstsein" auch tagsüber und beeinflusst unser Denken und Fühlen.

Tagsüber gesammelte Informationen und Erfahrungen verarbeitet das Gehirn im Traum und speichert sie im Langzeitgedächtnis ab. Dabei geht es nach ganz eigenen Kriterien vor, die nicht unbedingt den objektiven Bedeutungen entsprechen

Unsere Persönlichkeit formt sich vom Anbeginn des Lebens an vor allem im Traum. Lange vor der Aktivierung der Verstandesbereiche prägt sich das Selbst- und Weltbild von Kindern durch das Medium der Träume. Die Kehrseite der Medaille ist, dass dem Traumgehirn im Schlaf nicht die Ressourcen des Wachbewusstseins zur Verfügung stehen. Deshalb sind die im Traum entstandenen mentalen Strukturen zwar sehr mächtig, aber nicht unbedingt intelligent und realitätsgerecht.

 

Therapeutische Arbeit mit Träumen

Schlafen und Träumen sind die ältesten und natürlichsten Heilkräfte der Welt. Im Traumschlaf schafft das Gehirn Ordnung und verhindert ein Zumüllen mit überflüssigen Daten. Aber es folgt dabei - wie überhaupt unser Unterbewusstsein - so weit wie möglich dem Gesetz des geringen Energieeinsatzes. Das heißt, der Einbau neuer Informationen erfolgt nach einer Selektion in "passende" und "nicht-passende" Daten. Andernfalls wäre das System überlastet, und unser Seelenleben müsste sich ständig neu orientieren. Manchmal ist aber auch die Abwehr unpassender Dateien anstrengend und funktioniert nicht immer, so dass sich das gesamte Unbewusste neu ordnen muss. Deshalb erleben wir manche Träume als aufwühlend und stressig.

Traumtherapie besteht im Kern darin, die Verarbeitungsmechanismen des Traumbewusstseins so zu beeinflussen, dass eine unbewusste Neuausrichtung der Seele gefördert wird. Dazu ist es notwendig, die verschiedenen Ebenen des Traumbewustseins und des Wachbewusstseins miteinander zuintegrieren.

Therapeutische Arbeit mit Träumen kann dabei über bloßeTraumdeutung wesentlich hinaus gehen:

  • Vom Nacht- zum Tagtraum: In der Tagtraumtechnik nutzen wir erinnerte Fragmente aus Nachtträumen als Ausgangsmotive für Imaginationen. Weil der Tagtraum auch die Ressourcen einer anderen, höheren Bewusstseinsebene mit einbezieht, lässt er sich therapeutisch so gut nutzen. Genau so, wie es Sinn macht, traumatischen Erlebnissen durch bewusste Verarbeitungsprozesse ihre Macht zu nehmen, macht es Sinn, emotional aufwühlende Träume im Wachzustand nachzuarbeiten, um ihre Botschaft intuitiv zu verstehen und damit gleichzeitig einen inneren Dialog in Gang zu setzen, der auch auf das Unterbewusstsein zurück wirkt.
  • Vom Tag- zum Nachttraum: In der Regel greift das Traumbewusstsein dann seinerseits die Stimuli des Tagtraums auf und integriert sie dann auch in die weiteren Nachtträume; womit der Kreis zum Nachttraum als des natürlichsten Mediums der Verarbeitung emotionaler Erfahrungen wieder geschlossen und ein ganzheitlicher Regenerations- und Heilungsprozess nachhaltig unterstützt wird.

 Durch die Arbeit mit Träumen und traumartigen aktiven Imaginationen setzen wir einen inneren Dialog in Gang, der alle Bewusstseinsebenen integriert und damit beste Voraussetzungen bietet für die ganzheitliche Bearbeitung innerer Konflikte.